Reiseeindrücke Nordkorea

2008 war ich das erste Mal in Nordkorea. Das letzte Mal vor drei Wochen. Was ist gleich geblieben, was ist anders?  Eine erste, schnelle Zusammenfassung meiner Reiseeindrücke Nordkorea. Details folgen in kommenden Notizen.

Was ist anders?

  • Vor allem Pjöngyang hat sich stark verändert. Ist heller, bunter, großstädtischer geworden. Auf den Straßen und Plätzen fallen die Vielzahl an Verkaufsständen und Kiosken auf. Neue, moderne Wohnbauten (nicht mehr die aus der Wohnungsnot entstandenen Plattenbauten) prägen das Stadtbild.
  • Merkbar zugenommen hat der innerstädtische Verkehr in der Hauptstadt. Es gibt mehr Verkehrsampeln (die hübschen Polizistinnen gibt es noch immer).
  • Das riesige Erste Mai-Stadion wurde renoviert und beeindruckt nun in warmen Farbtönen.
  • Die Anzahl chinesischer Touristengruppen ist deutlich gestiegen. Dies betrifft vor allem Pjöngyang und Kaesong (Ausgangspunkt für den Besuch des Grenzortes Panmunjom). Dafür gibt es zur Zeit keine amerikanischen Touristen (auf Grund des US-Reiseverbots seit September 2017).
  • Historische Bauten wurden restauriert. Entsprechend der langen Geschichte Koreas sind nun mehr Königsgräber, Stadttore, Tempelanlagen und Museen zu besichtigen.
  • Der Tourismus hat deutlich mehr an Stellenwert gewonnen. Neue touristische Zonen wurden und werden erschlossen, neue Hotelanlagen sind in Planung bzw. wurden bereits errichtet.
  • Der Kontakt mit der Bevölkerung ist leichter (das trifft vor allem auf die Hauptstadt zu, in der Provinz ist man bei der Begegnung mit ausländischen Besuchern noch scheuer, vorsichtiger, konservativer.
Hochzeitspaar in Nordkorea
            Überall gleich: stolzes Hochzeitspaar in Pjöngyang

Gleich geblieben…

  • sind die meisten für ausländische Besucher bestimmten Hotels, die ausreichend Bettenkapazität haben (außer zu den großen, nationalen Feiertagen).
  • ist die unbestimmte Eröffnungszeit des seit 1987 in Bau befindlichen Riesenhotels Ryugyong. Allerdings wurde die 330 Meter in den Himmel Pjöngyangs ragende, graue Betonpyramide 2011 mit Glas ummantelt. Sie wirkt nun ansprechender, ist abends illuminiert und zeigt bunte Bilder.
  • ist die geringe Dichte an Fahrzeugen auf den in die Provinz führenden Autobahnen.
  • ist die hohe Qualität der Fremdenführer. Die – unverändert im Zweierteam – nicht nur das Besichtigungsprogramm realisieren, sondern auch notwendige Informationen, Erklärungen sowie dezente Verhaltenshinweise geben.
  • ist, dass Militärisches, Personen in Uniform (außer den hübschen Polizistinnen) weiterhin nicht fotografiert werden dürfen.

  • ist die etwas langwierige, aber korrekte Kontrolle bei Ein- und Ausreise. Allerdings: das Mobiltelefon gehört nun auch in Nordkorea zum Alltag. Dem Besucher wird es bei Einreise in der Regel nicht mehr abgenommen und versiegelt. Netzzugang ist weiterhin unmöglich, im Hotel kann man jedoch problemlos nach Hause telefonieren.

Was ist schlechter geworden?

  • Zum Teil die Autobahnen. Obwohl für die verschiedenen  Reiserouten gut geeignet, befinden sie sich teilweise in schlechtem Zustand. Das bedeutet geringeres Durchschnittstempo und erfordert bei den Rillen und Schlaglöchern eine gewisse körperliche Belastbarkeit. Damit entsprechen auch viele seit Jahren von verschiedensten Veranstaltern unverändert angebotene Programmkombinationen nicht ganz der zeitlichen Realität.
  • Die berühmten und sehr beeeindruckenden Massenfestspiele finden nicht mehr jedes Jahr statt. Das beliebte „Arirang“ ist ausgelaufen. ABER: 2018 gab es aus Anlass des runden (70.) Jahrestages der Republikgründung eine neue, ebenso imposante Inszenierung: „Glorious Country“  (zum YouTube Trailer). Also keine Verschlechterung!

Massenfestspiele