Doppelmayr Gondeln in Nordkorea

Im Wirtschaftsteil des heutigen Kuriers finde ich einen kurzen Bericht, dass der in Vorarlberg heimische und weltweit bekannte Marktführer im Seilbahn- und Liftbau, die Firma Doppelmayr, bereits ein Fünftel seines Umsatzes in Asien macht. In China gibt es mittlerweile Dutzende Anlagen. Aber auch Lifte, die, nicht ganz überraschend, von chinesischen Firmen und ohne Wissen von Doppelmayr nachgebaut wurden (inklusive Kopien der  Doppelmayr-Schilder auf den Liftstützen). Es gibt eine eigene Niederlassung in Sanhe östlich von Peking. Die sich heuer im April auf einen weiteren Auftrag freuen konnte: neun Anlagen, Achtergondeln, Vierer- und Sechser-Sessellifte, werden für die olympischen Winterspiele 2022 im neuen Alpinzentrum Yanqing errichtet. Gibt es etwa auch Doppelmayr Gondeln in Nordkorea ?

Im vietnamesischen Hanoi  sind die Vorarlberger vertreten, ebenso wie in Seoul/Südkorea. Doppelmayr-Seilbahnen waren bei den heurigen Winterspielen in Pyeongchang im Einsatz. Wir erinnern uns: die beiden koreanischen Teams sind unter gemeinsamer Flagge ins olympische Stadion einmarschiert. Was nur wenige wissen: eine aus 45 Wintersportlern bestehende Mannschaft beider Koreas hatte davor gemeinsam  im neuen nordkoreanischen Wintersportort Masikryong trainiert. Auf Pisten, die FIS-Regeln entsprechen. Dort finden wir auch eine Doppelmayr-Gondelbahn, ich habe sie heuer im September gesehen. Die Anlage ist kein Fake, sondern original Doppelmayr, kommt aber trotzdem aus China. Ziemlich unchinesisch ist die Aufschrift auf den an den Gondeltüren angebrachten Schiträgern.

Seilbahn in Nordkorea
                          Doppelmayr Gondeln in Nordkorea

Doppelmayer Gondeln in Nordkorea

Vor zwei Jahren sorgte der Kauf für Aufregung in den Medien, von NEWS bis New York Times. Die Pardatschgratbahn des weltbekannten Ischgler Schigebiets ist nach Stilllegung 2014 von einer westösterreichischen Firma demontiert und an ein chinesisches Unternehmen verkauft worden. Dieses hat es dann, ebenso nicht unchinesisch, an Nordkorea weiter verkauft. Liftanlagen unterliegen aber sowieso nicht dem EU-Embargo.

Schiboom auch in Nordkorea?

Im Zusammenhang mit den kommenden Winterspielen wird in China ein Schi-Boom einsetzen. Staatspräsident Xi Jinping sprach davon, 300 Millionen Chinesen an den Wintersport heranzuführen. Das wird sich auch auf Nordkoreas Schigebiet positiv auswirken. Schon jetzt stammt der weitaus größte Teil der Besucher Nordkoreas vom chinesischen Nachbarn. Nach 2022 werden schibegeisterte Chinesen wie üblich in Massen, Ischgl-, Flachau- und Schladming-ähnlich, am Masik-Pass wedeln und carven (oder zumindest ihren Schneepflug üben). Neugierige und Schibegeisterte sollten daher schon früher einen Besuch überlegen. Ich werde im Februar 2020 eine Pionierreise nach Masikryong unternehmen, dort zwei Tage  „schifoan“, die koreanische Ausprägung der Schihütte  und des Jagatees testen, die Möglichkeiten zum Afterski ausreizen.  Wir besuchen auch das winterliche Pjöngyang, Kaesong und die Grenze bei Panmunjom. Wer kommt mit? Kontaktieren Sie mich!