Nordkorea – Reisen in eine andere Welt

So titelt die Kronenzeitung heute auf ihrer Reiseseite. Der nördliche Teil des „Landes der Morgenstille“ ist Ziel eines neuen Reiseprogramms des Asienspezialisten Tai Pan. Aufgrund des deutlich verbesserten Dialogs ist für 2019 steigendes Interesse an Reisen nach Nordkorea, einer der wenigen touristischen „weißen Flecken“ auf der touristischen Landkarte, zu erwarten. Die Krone hat sicher den richtigen Riecher. Nordkorea – Reisen in eine andere Welt

„Während dieser einzigartigen Rundreise bewegen Sie sich nicht nur auf den Spuren einer 5000-jährigen Geschichte, sehen mächtige Bauwerke und beeindruckende Natur, sondern erleben auch den für uns skurril-eigenartig wirkenden Personenkult um die Kim-Familie“ steht im Vorspann von Tai Pan Touristik. Die insgesamt 12-tägige Tour beinhaltet alle Höhepunkte, die bei einem Erstbesuch der „Demokratischen Volksrepublik“ von Interesse sind: die Metropole Pjöngyang, Kaesong – frühere Hauptstadt des mittelalterlichen Koryo-Feudalstaates, Panmunjon mit der Grenze zu Südkorea sowie die westliche Hafenstadt Nampo. Des Weiteren  einen zusätzlichen Tagesausflug, wohl die perfekte Mischung, die eine Reise durch Nordkorea bieten kann: Natur, Geschichte, Religion und den für das Land typischen Kult um Staatsgründer Kim Il Sung und seinen Nachfolgern. Dies alles sieht, besichtigt und erlebt man bei einer Tagestour in die Myohyang-Berge. (Myohyang-san; Berg der geheimnisvollen Düfte).

Die Freundschaftsausstellung

Beginnen wir mit Familie Kim. In einem  Tal liegt umgeben von Wäldern ein Gebäude, das mit seiner Architektur mit den festungsartigen Mauern und Pagoden an einen Tempel , Stadttor, aber ebenso an einen Palast erinnert. Es ist ein Museum, die „Internationale Freundschaftsausstellung“. Pflichtbesuch für jeden Einheimischen und spannend-kurioses Ziel für den Besucher aus dem Westen. In unzähligen (auch unterirdischen) Hallen und auf zehntausenden Quadratmetern finden sich offizielle und private Geschenke an die beiden früheren Staatschefs Kim Il Sung und Kim Jong Il.

Freundschaftsausstellung
                  Internationale Freundschaftsausstellung

Eine nur oberflächliche Auflistung überfordert mich, ich zitiere daher aus einem Artikel im deutschen Online-FOCUS: „Im Inneren der Halle lagern Geschenke, die Staatsgäste zu Ehren der Kims mitgebracht haben: Stalins gepanzerte Limousine. Des weiteren ein ausgestopftes Krokodil, das wie ein Ober gekleidet ist und ein Tablett mit Teegläsern trägt – ein Geschenk der Sandinisten aus Nicaragua. Ein Bärenkopf von Nicolae Ceausescu. Ein Sturmgewehr von Fidel Castro. Ein Aschenbecher von Jimmy Carter. Eine Stereoanlage von Hu Jintao. Mugabe, Honecker, Breschnew, sie alle haben sich hier verewigt. Es müssen Zehntausende Geschenke sein.“ Aktuell (die Aufzählung stammt aus 2012) möchte ich beispielsweise noch hinzufügen: ein Basketball der ehemaligen US-Außenministerin Albright, eine Vase des russischen Präsidenten Putin. Auch aus Österreich gibt es Geschenke, irgendwo im Labyrinth der Hallen. Ich kann mich irgendwie an Zinnkrüge erinnern.

Beeindruckende Landschaft

Raus in die Natur. Die heiligen Myohyang –Berge bieten beispielsweise die Möglichkeit zu Wanderungen zu alten Einsiedeleien sowie Wasserfällen. Für unsere Tagesreisenden wird sich bestenfalls ein Spaziergang ausgehen. Denn es wartet eine der wichtigsten Klosteranlagen des Landes, das buddhistische Pohyon-Kloster. Errichtet im 11.Jahrhundert, öfters restauriert, bzw. nach den Bombardierungen im Koreakrieg teilweise wiederaufgebaut. Die bestehenden Gebäude, Tore, Pagoden, Hallen sowie das kleine Museum sind absolut sehenswert. Es gibt einen besonderen Höhepunkt: in einem neuen Pavillon sind die Kopien der Holzdruckstöcke mit den historischen Reden von Gautama Buddha aufbewahrt, das berühmte „Tripitaka Koreana“ (vgl. dazu eigene Notiz; das Original befindet sich im Haein-Kloster in Südkorea).

Zusatzinfos:

  • Die Myohyang-Berge liegen rund 160km (2-2,5 Stunden Fahrzeit) nördlich von Pjöngyang. Sie sind über die Autobahn und die Stadt Hyangsan gut ereichbar.
  • Bei Reiseprogrammen mit Übernachtung wird üblicherweise das in einem Flusstal gelegene, große und komfortable  Hyangsan-Hotel gebucht.