Koreanischer Sprachführer bzw. Verwirrungen

Zurück vom Großen Studienpalast des Volkes ( siehe Foto oben; hinter den Fontänen im Mansudae-Brunnenpark), der auch die Nationalbibliothek sowie eine Volkshochschule umfasst. Wir haben unter anderem auch eine Studentengruppe beim Deutschunterricht besucht, was uns unsere fehlenden Koreanischkenntnisse bewußt gemacht hat. Ich habe in den letzten 30 Jahren einige Male Südkorea, in den letzten 10 Jahren auch Nordkorea bereist. Habe neben Kimchi und Arirang noch ein paar andere koreanische Worte aufgeschnappt. Oft verwenden konnte ich in beiden Koreas das freundliche „Gamsa hamnida“ (= danke). Das berechtigt und befähigt mich nun in keinster Weise expertenähnliche Hinweise zur Aussprache des Koreanischen zu geben, bin kein koreanischer Sprachführer. Trotzdem: erlauben Sie mir zwei Anmerkungen, zumal sie im Rahmen einer Koreareise zwangsläufig darauf stoßen:

  1. (Kim) Jong Un oder Jongun oder Jong-un wird Dschong Yn oder Dschong Ün ausgesprochen. U mit Punkten, „Umlaut U“.
  2. Die Punkte weglassen sollten Sie beim ö von Pjöngyang. Denn, und damit ermögliche ich Ihnen den ersten Schritt zum (Aus-)Sprachgenie…
  • das „ö“ ist von vornherein falsch, entstanden aus unserem „oe“ (Umlaut O).
  • ein „oe“ kann nicht richtig sein, da es dieses so in der koreanischen Sprache gar nicht gibt. Da finden wir nur das „eo“ (dieses aber häufig).
  • das „eo“ ist die korrekte, lateinische Umschrift des koreanischen „o“. Das „e“ dabei ist still und zeigt nur an, dass das „o“ kurz und offen ausgesprochen wird.
  • Pjöngyang ist daher irgendwie sogar doppelt falsch.

Wenn Sie also in den beiden koreanischen Hauptstädten ankommen, landen Sie phonetisch nicht in „Pjöngyang“, auch nicht in Pjeongyang, sondern in Pjongyang. Und nicht in „Seo-ul“ (schon gar nicht in Söul), sondern korrekt ausgesprochen in „Soul“. Das stimmt jetzt wieder geographisch nicht. Der Flughafen heißt bzw. liegt in Incheon (ausgesprochen: Indschon – Sie wissen schon).

Ausgesprochen verwirrend. Ist Austria (koreanisch: oseuteulia  오스트리아 ) schuld? Waren es die charmant-schlampigen Österreicher (Oesterreicher, Eosterreicher), die das eo (o) nur verwechselt, einfach mit dem oe (ö)  vertauscht haben? Noch verwirrender wird es, wenn ich in den Büchern des koreanisch sprechenden Universitätsprofessors Frank trotzdem „Pjöngyang“ lese.  Er ist anerkannter Experte, Deutscher – es gilt a priori die Unschlampigkeitsvermutung. Er lehrt und forscht in Wien, verwendet die „in den Medien übliche, vereinfachende Form“.. Wie können wir dieses koreanische Sprachmirakel leosen?

Ein koreanischer Sprachführer ist empfehlenswert

Mehr Details, empfehlenswerte und nützliche Vokabel, finden Sie im Kapitel „ Sprachführer“ in den diversen Reisehandbüchern (vgl. Information/Reiseliteratur). Oder samt Regeln im Sprachbuch des Reise Know How-Verlags (Kauderwelsch Sprachführer). In dem mich zwei Sätze erfreut haben: „Der einfache Gruß…öffnet nicht nur Türen, sondern auch Herzen“. Und: „ Schon ein paar Sätze Koreanisch machen aus Touristen Gäste…“

Mannaseo bangapseumnida – die Freude ist ganz meinerseits!